Du wirst in diesem Artikel bzw. Video erfahren,

  • was Vertrauen wirklich ist,
  • warum wir uns mit Vertrauen oft so schwer tun,
  • warum sowohl Kontrolle als auch blindes Vertrauen dich ins Unglück stürzen,
  • was bei einem Vertrauensbruch zu tun ist
  • und was du konkret machen kannst, damit du echtes Vertrauen erleben kannst,

in der Familie, im Geschäftsleben und natürlich in deiner Partnerschaft.

Denn nur mit echtem Vertrauen gelingen gute Beziehungen.

Was ist Vertrauen?

Um es kurz zu machen:

Vertrauen heißt,
davon ausgehen,
dass mein Gegenüber es gut mit mir meint.

Konkreter:
Ich gehe davon aus, dass mein Partner es gut mit mir meint.

Das ist die Basis, die wir zugrunde legen müssen, damit Beziehungen gelingen können. Denn…

Wenn ich davon ausgehe, dass mein Partner es nicht gut mit mir meint,

dann bin ich ständig im Misstrauen. Ich strahle dieses Misstrauen aus und mein Partner spürt das und reagiert seinerseits mit Misstrauen.

Damit wird die ganze Atmosphäre in der Beziehung vergiftet.

Ich selbst bin dann ständig im Verteidigungszustand. Mein Nervensystem schaltet in einen Modus, in dem ich nur flüchten oder kämpfen kann – oder wenn beides aussichtslos scheint, totstellen und warten, bis das Unangenehme vorüber ist.

Und damit kann ich keine glückliche Partnerschaft erleben.

Wenn ich davon ausgehe, dass mein Partner es gut mit mir meint,

dann bin ich in einem offenen Zustand. Dann kann ich wohlwollend in der Beziehung sein, dann bin ich im Vertrauen.

Und dann gibt es genau 3 Möglichkeiten:

1. Mein Partner meint es tatsächlich gut mit mir.

Dann ist alles klar. Wir beide meinen es gut miteinander. Prima! Wir haben dir Grundlage für eine glückliche Beziehung.

Und das ist tatsächlich der häufigste aller Fälle.

2. Mein Partner meint es zwar gut mit mir, aber er kann nicht so, wie er will.

Er hat Grenzen. Wenn ich meinem Partner dann trotzdem vertraue, dann überfordere ich ihn. Ich gehe über seine Möglichkeiten, über seine Grenzen und dann erwarte ich etwas von ihm, was er nicht leisten kann.

Ich “vertraue” dir, dass du mich auffängst…

Damit das nicht passiert, muss ich meinen Partner kennenlernen. Auch wenn wir manches noch so sehr wollen, jeder von uns hat seine Grenzen.

Ich muss von meinem Partner wissen, was er kann und was nicht. Was ist im Rahmen seiner Möglichkeiten und was liegt außerhalb?

3. Du gehst davon aus, dass dein Partner es gut mit dir meint. Aber dein Partner hat keine guten Absichten mit dir.

Dann bist du im Vertrauen und musst alles einfach hinnehmen?

Nein, natürlich nicht!

Du musst natürlich so wach sein, dass du es bemerkst, wenn es dein Partner wirklich nicht gut mit dir meint.

Du musst lebendig sein in der Beziehung. Du musst wirklich bei deinem Partner sein. Du musst dich für deinen Partner interessieren. Denn dann wirst du merken, wenn dein Partner es nicht gut mit dir meint.

In dem Moment, wo du das bemerkst, musst du sagen: Stopp! Hier läuft etwas schief!

Und du musst entsprechende Maßnahmen ergreifen. Du musst für dich sorgen. Du musst schauen, was jetzt zu tun ist. Da bleibst du natürlich nicht im Vertrauen, sondern du schaffst Klarheit.

Wir haben festgestellt:

  • Misstrauen ist keine Option. Damit kann eine Beziehung nicht funktionieren.
  • Und blindes Vertrauen kann auch nicht funktionieren.

Stattdessen müssen wir uns für den Partner interessieren und unseren Partner, so gut wie es nur geht, kennenlernen. Das ist ein Dauerauftrag in der Beziehung.

Beziehung heißt Kennenlernen, Austausch, Kommunikation,
und zwar offen, ehrlich und wohlwollend.

Wenn wir unserem Partner einfach blind vertrauen,

dann ist das kein Vertrauen. Es ist tatsächlich Ignoranz, weil wir ignorieren dann die Realität unseres Partners.

Blindes Vertrauen ist Ignoranz

Wir ignorieren die Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Ängste, Nöte usw. unseres Partners.

Wir müssen uns für unseren Partner interessieren, damit wir ihn kennenlernen.

Was ist, wenn ein Vertrauensbruch stattgefunden hat?

Dann war vorher tatsächlich kein echtes Vertrauen da. Ich habe meinen Partner nicht gut genug gekannt.

Stattdessen hatte ich nur eine Vorstellung davon, wie mein Partner sei bzw. in meinen Augen sein sollte.

Wenn zwei Menschen sich neu kennenlernen, können sie nicht alles über den anderen wissen. Wie sollte das auch gehen? Jeder, macht sich ein Bild vom anderen, eine Vorstellung. Manches davon stimmt mit der Wirklichkeit überein, vieles aber auch nicht!

Mein Partner war in Wirklichkeit anders, als ich ihn mir vorgestellt habe.

Ich erlebe eine Enttäuschung. D.h. ich war vorher in einer falschen Vorstellung, einer Täuschung, und jetzt werde ich ent – täuscht und komme in die Wirklichkeit.

Das ist schmerzhaft, aber Augen öffnend.

Wenn wir nicht wollen, dass uns das eines Tages geschieht, hilft wieder nur das eine:

Wir müssen unseren Partner kennenlernen,
so gut wie nur irgend möglich,
damit wir nicht in einer falschen Vorstellung vom Partner bleiben,
sondern sehen und spüren können, wir er in Wirklichkeit ist.

Eine lebendige Beziehung braucht Neugier, braucht Offenheit.
Sie braucht, dass wir aufeinander zugehen, wie kleine Kinder, die losgehen und neugierig die Welt entdecken.

Beziehung ist ein ständiger Forschungsauftrag

Wie kommt es, dass wir gerade in der Partnerschaft oft nicht vertrauen können,

obwohl wir wollen?

Als wir auf diese Welt gekommen sind, hatte jeder von uns vollkommenes Urvertrauen.

Du brauchst nur einmal einem Neugeborenen in die Augen schauen und du kannst es unmittelbar spüren.

Leider haben viele Erlebnisse aus unserer frühen Kindheit dieses Urvertrauen zugedeckt und wir haben es tief vergraben.
Unsere Eltern haben uns beigebracht: Wir sind falsch. Wenn wir geschrien haben, mussten wir leise sein. Wenn wir gelacht haben, dann mussten wir uns zurücknehmen. Wenn wir traurig waren, dann mussten wir lachen. Wenn wir Nähe wollten, wurden wir weggeschickt.
So vieles, was wir an Zuwendung, Aufmerksamkeit und Anerkennung gebraucht hätten, haben wir nicht bekommen.

Man hat uns zwar körperlich versorgt,
aber emotional ziemlich ausgehungert.

Und das nicht, weil unsere Eltern böse waren. Nein, unsere Eltern haben ihr Bestes gegeben.

Tatsächlich ist es so, dass unsere Gesellschaft viele dysfunktionale Verhaltensmuster vorgibt.

Man nennt das Sozialisierungsprozess oder Erziehung.

Wir merken dabei nicht, wie schlimm diese Muster sind, weil sie gelten als “normal”. Aus dem Grund sind in unserer Gesellschaft Beziehungsprobleme auch nicht die Ausnahme, sondern tatsächlich das Normal.

Wenn du Schwierigkeiten hast, jemandem zu vertrauen, dann ist das kein Fehler von dir, sondern dann ist es die Folge von diesen gesellschaftlich eingeprägten Mustern, die bei uns als normal gelten.

Zumindest noch… Unsere Gesellschaft ändert sich.

Wenn du Vertrauen erleben willst, echtes, gesundes Vertrauen, dann geht das auch für dich.

Denn erinnere dich: Jeder von uns ist mit diesem Urvertrauen auf die Welt gekommen. Das heißt, wir können es wieder aktivieren.

Dein Vertrauen ist nur mit anderen Mustern zugedeckt worden.

Aber du kannst es wieder ent – decken.

Fassen wir kurz zusammen,

was wir heute über das Vertrauen gelernt haben.

Vertrauen ist im ersten Schritt eine Entscheidung.

Ich gehe davon aus, dass mein Partner es gut mit mir meint.

Mache ich das nicht, dann bin ich nicht in einer wohlwollenden Beziehung, sondern auf
einem Schlachtfeld, wo es nur darum geht, zu flüchten oder zu kämpfen oder zu warten, bis es vorbei ist.

Im zweiten Schritt geht es darum, meinen Partner immer besser kennenzulernen,

aktiv auf ihn zuzugehen und ihn zu erforschen, neugierig zu schauen: Was sind seine Möglichkeiten? Was ist außerhalb seiner Möglichkeiten?

Was sind seine Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Ängste, Nöte usw…?

Wenn beide Partner so aufeinander zugehen und sich immer besser kennenlernen, dann entsteht daraus ein immer tieferes Vertrauen.

Drittens: Wenn es dir schwerfällt, deinem Partner Vertrauen entgegenzubringen, dann kann dieses Vertrauen wieder aktiviert werden.

Denn jeder von uns ist mit dem Urvertrauen auf diese Welt gekommen.

Wenn du wissen willst, wie du das konkret in deiner Situation machen kannst,
dann

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